Stadt Husum: Haushalt 2026
Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 muss die Stadt Husum außergewöhnlich hohe finanzielle Belastungen ausweisen. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren strukturelle Defizite von rund fünf Millionen Euro jährlich im Ergebnisplan einkalkuliert werden mussten, fällt das erwartete Minus für 2026 außergewöhnlich hoch aus. Insgesamt fehlen 32,8 Millionen Euro, um die geplanten Aufwendungen in Höhe von 105,1 Millionen Euro zu decken. Für 2027 hingegen weist der aktuelle Entwurf der Verwaltung wieder einen positiven Jahresabschluss in Höhe von 3,3 Millionen Euro aus.
Außergewöhnliche Sondereffekte bei der Gewerbesteuer
Die starken Schwankungen im städtischen Haushalt sind vor allem auf umfangreiche Gewerbesteuerrückzahlungen und deren Folgen im kommunalen Finanzausgleich zurückzuführen. Im laufenden Jahr hat die Stadt bislang 39,9 Millionen Euro an Gewerbesteuern eingenommen. Durch Betriebsprüfungen des Finanzamtes kommt es jedoch fortlaufend zu neuen Gewinnfestsetzungen für zurückliegende Jahre und damit verbundenen Neuberechnungen der Gewerbesteuer.
Während diese nachträglichen Festsetzungen der Stadt in der Vergangenheit oft unerwartete Mehreinnahmen bescherten, wirkt der Effekt nun erstmals in die entgegengesetzte Richtung. Die Verwaltung geht davon aus, dass bereits zu Beginn des kommenden Jahres rund 22 Millionen Euro an Unternehmen zurückgezahlt werden müssen. Gleichzeitig erhöhen die hohen Gewerbesteuereinnahmen des Jahres 2024 die an das Land abzuführenden Umlagen, die erst 2027 teilweise wieder erstattet werden.
Für 2026 rechnet die Stadt daher – nach Abzug der Rückzahlungen – nur noch mit Gewerbesteuereinnahmen von 9,8 Millionen Euro. Die Umlagen an das Land schlagen mit 22 Millionen Euro zu Buche und fallen damit nahezu doppelt so hoch aus wie im Folgejahr.
Hohe Investitionstätigkeit geplant
Trotz der angespannten Haushaltslage plant die Stadt Husum umfangreiche Investitionen in ihre Infrastruktur. Allein 50,2 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau der offenen Ganztagsschulen fließen. Dies ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe, für deren Umsetzung die in Aussicht gestellte hohe Förderquote des Landes von 85% zwingend erforderlich ist. Die größte Einzelmaßnahme ist der Neubau eines Hallenbades.
Der hohe Investitionsbedarf wird dazu führen, dass der Bestand an Investitionskrediten in den kommenden Jahren anwachsen wird. Derzeit liegt die Verschuldung bei 13,1 Millionen Euro.
„Wie beim Land wird auch für alle Kommunen die Haushaltslage schwieriger. Umso wichtiger ist es, gerade für gesetzliche Pflichtaufgaben wie KiTa-Betreuung, Offene Ganztagsschule oder für Maßnahmen zur Umsetzung der Wärmewende auch die notwendige finanzielle Grundlage vom Gesetzgeber bereitgestellt zu bekommen um die Herausforderungen stemmen zu können“, so Bürgermeister Martin Kindl.
Ausblick
Die Stadt Husum steht vor der Herausforderung, kurzfristige finanzielle Belastungen abzufedern, gleichzeitig jedoch dringend notwendige Zukunftsinvestitionen zu sichern. Die Verwaltung betont, dass die außergewöhnlichen Haushaltsverwerfungen auf temporäre Sondereffekte zurückzuführen seien.
