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Datum: 22.12.2025

Grußwort des Bürgermeisters
Weihnachten und Jahreswechsel 2025/2026

Liebe Husumerinnen und Husumer,
liebe Freunde unserer Stadt,

wenn ein Jahr zu Ende geht, ist auch die Zeit, um innezuhalten. Zurückzuschauen, was uns bewegt und gefordert, vielleicht auch überfordert hat und gleichzeitig nach vorn zu blicken auf das, was wir gemeinsam erreichen wollen und können.

2025 war ein intensives Jahr für Husum. Eines mit großen Aufgaben, wichtigen Entscheidungen und vielen Gesprächen, die meinen Kalender und meinen Kopf gleichermaßen gefüllt haben. Aber es war auch ein Jahr voller kleiner und großer Fortschritte. 

Eine Entwicklung sticht besonders hervor: Nach mehr als sieben Jahren ist es uns gelungen, die Zukunft der langjährigen Brandruine des Nordseehotels am Dockkoog zu klären. Diese Ruine war längst zu einem Symbol für festgefahrene Prozesse, für fehlende Lösungen und für Frust geworden. Dass wir in diesem Sommer endlich den entscheidenden Durchbruch erreicht haben, war das Ergebnis unzähliger Gespräche, viel Geduld und nicht zuletzt einer breit getragenen politischen Unterstützung. Die enge Zusammenarbeit mit dem LKN und dem Erbpachtinhaber hat gezeigt, wie wichtig es ist, Interessen zu bündeln und auch dann nicht aufzugeben, wenn der Weg steinig ist. Für mich persönlich war dieser Erfolg emotional, weil er zeigt, dass Hartnäckigkeit sich auszahlt.

Mit diesem Rückenwind gehen wir in das neue Jahr. Wohl wissend, dass 2026 nicht weniger anspruchsvoll wird. Die Sanierung der Dockkoogspitze beginnt im April und wird uns wohl zwei Jahre begleiten. Es ist ein Großprojekt das Geduld, Verständnis und Durchhaltevermögen verlangt, aber am Ende ein modernes, zeitgemäßes Naherholungsgebiet schaffen wird. Ein Ort, der für viele Menschen ein Stück Lebensqualität bedeutet.

Auch auf dem Wohnungsmarkt stehen wir vor wichtigen Entscheidungen. Das große Projekt an der Schleswiger Chaussee zeigt auch einmal mehr, wie positiv sich Engagement und Zusammenarbeit auswirken können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Schaffung bezahlbaren Wohnraums eine der größten Herausforderungen bleibt. Eine Aufgabe, bei der wir als Stadt zwar viel steuern können, aber nicht alles allein in der Hand haben. Investoren, Förderungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen: All das spielt hinein. Und am Ende müssen wir Lösungen finden, die dem Gemeinwohl dienen, auch wenn der eine oder andere sich etwas anderes gewünscht hätte.

Ein zentraler Punkt wird zudem der verpflichtende Ausbau der offenen Ganztagsschulen sein, der ab 2026 gilt. Wir arbeiten schon lange intensiv an Plänen und Konzepten, doch die Umsetzung hängt maßgeblich von der zugesagten Landesförderung ab. Es sind Entscheidungen mit großer Tragweite für unsere Kinder, Familien und die Zukunft unserer Bildungslandschaft.

In diesem Zusammenhang möchte ich etwas offen ansprechen, das mich als Bürgermeister und die gesamte Stadtverwaltung zunehmend beschäftigt: Nicht alle Entscheidungen finden Zustimmung. Dafür sind die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche in einer Stadt wie Husum schlicht zu vielfältig. Für die einen ist eine Entscheidung ein wichtiger Fortschritt, für andere ein Rückschritt. Manche wünschen sich mehr Tempo, andere mehr Vorsicht. Und so sehr wir uns bemühen, alle Perspektiven mitzudenken, ist es nicht möglich, jedes Einzelinteresse gleichermaßen zu berücksichtigen. Unsere Verantwortung ist es, das Gemeinwohl im Blick zu behalten und gute, annehmbare Wege zu finden. Diese Aufgabe ist zwar anspruchsvoll und oft auch kräftezehrend, aber sie ist zentral für unsere gemeinsame Zukunft.

Umso mehr schmerzt es, dass sich in den sozialen Medien zunehmend ein Ton etabliert, der nicht dem entspricht, wie wir in Husum und darüber hinaus miteinander umgehen sollten. Manche Kommentare sind unsachlich, übergriffig oder schlichtweg falsch. Sie treffen nicht nur mich, sondern auch meine Mannschaft im Rathaus, die Tag für Tag mit vollem Einsatz arbeitet, vieles am Laufen hält und Projekte voranbringt, die für Bürgerinnen und Bürger da sind. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung gilt an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank für ihre geleistete Arbeit.

Dabei möchte ich eines betonen: Unser Rathaus ist ein offenes Haus. Jede und jeder kann zu Ausschusssitzungen kommen, Fragen stellen, sich informieren und Anliegen vorbringen. Der direkte Gesprächsweg ist immer möglich und er ist wertvoller sowie ehrlicher als jeder Kommentar im Netz. Demokratie lebt vom Austausch, vom Zuhören und vom Respekt. Ich würde mir wünschen, dass wir diesen Weg noch stärker nutzen.

Gerade die Adventszeit zeichnet Husum jedes Jahr auf besondere Weise aus. Unser Weihnachtsmarkt mit seinem warmen, nordischen Charme bringt Familien, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Besucherinnen und Besucher von nah und fern zusammen. Er erinnert auch daran, wie viel Nähe und Gemeinschaft in unserer Stadt stecken.

Weihnachten selbst ist für mich ein Fest der Ruhe, der Dankbarkeit und der Verbundenheit. Es ist ein Moment zum Durchatmen, zum Kraftschöpfen und zum Zusammensein. Diese Kraft werden wir im kommenden Jahr brauchen, denn es wartet viel Arbeit auf uns. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir respektvoll miteinander umgehen, offenbleiben und uns weiterhin für das Gemeinsame starkmachen, wird 2026 ein gutes Jahr für Husum.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest, harmonische Feiertage und einen hoffnungsvollen Start in das neue Jahr. Möge 2026 uns allen Zuversicht, Gesundheit und Frieden bringen.

 

Martin Kindl

Bürgermeister