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Datum: 24.11.2020

Gerüste raus, Feuerwehr rein

Jörg Wibling und sein Sohn Jörn sind Feuerwehrmänner durch und durch. Seit Ende März sieht man sie im Fall eines Alarms noch schneller an der Feuerwehrwache ankommen als sonst und das aus gutem Grund: Ihre gewerbliche Halle in der Schleswiger-Chaussee wurde Corona-bedingt kurzerhand zur Feuerwehrwache umfunktioniert.

Husum hat damit drei Feuerwehr-Stützpunkte: Im Ortsteil Schobüll, im Marienhofweg und – auf Zeit - bei der Firma Wibling in Husum. „Wir haben uns im kleinen Kreis darüber Gedanken gemacht, wie wir die Ansteckungsgefahr und die Verschleppung des Corona-Virus eindämmen können, um voll einsatzfähig zu bleiben. Jörg Wibling bot spontan seine Halle an“, erzählt Wehrführer Frank Dostal immer noch begeistert über die Idee. Auf Miet-Einnahmen verzichtet die Familie, denn für sie ist es Ehrensache, die Feuerwehr in dieser besonderen Situation zu unterstützen.

Innerhalb von etwa 36 Stunden zogen einige der Feuerwehrleute mit Sack und Pack vom Marienhofweg um, der Dienst konnte demzufolge umgehend am neuen Stützpunkt aufgenommen werden. Einziges Manko ist der Mehraufwand für die Gerätewarte, denn diese fahren fast täglich zwischen den Feuerwachen hin und her, um die Einsatzfähigkeit aller drei Standorte zu gewährleisten.

Dort, wo sonst vieles von Wiblings Bau- und Gerüstbauunternehmen untergebracht ist, stehen nun Feuerwehrfahrzeuge sowie Ausrüstungsgegenstände der Wehr, inklusive Kleidung und was sonst noch so gebraucht wird. Kameradinnen und Kameraden halten sogar auf dem Firmengelände Übungseinheiten ab und fühlen sich alle „sehr gut aufgenommen“, freut sich der Wehrführer.

Für Bürgervorsteher Martin Kindl und Bürgermeister Uwe Schmitz war es eine Selbstverständlichkeit, direkt vor Ort „Danke“ an die Familie Wibling zu sagen. Im Namen der gesamten Stadt versteht sich, denn die Freiwillige Feuerwehr ist für alle Bürgerinnen und Bürger da und zwar rund um die Uhr. „Danke, dass sie ihr Gelände und die Halle zur Verfügung stellen. Sie tragen damit maßgeblich dazu bei, dass unsere Feuerwehr nach wie vor voll aktiv sein kann“, so Bürgermeister Uwe Schmitz, der Jörg Wibling ein Geschenk übergab.

Der Wehrführer überreichte Susanne Wibling einen Blumenstrauß, ebenso als Dankeschön. Wie es der Zufall wollte, gab es nur kurze Zeit später einen Alarm, so dass sich der Bürgervorsteher und Bürgermeister vom schnellen Ablauf der Einsatzkräfte ein Bild machen konnten. Jörn Wibling hatte sich in Windeseile umgezogen und stand schon parat für seine herbei eilenden Kameraden. Er verteilte Mundschutze und nach Desinfektion der Hände sowie einem schnellen Kleidungstausch startete auch schon ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht Richtung Stettiner Straße.

„Es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass unsere Feuerwehr im Fall des Falles sofort zur Stelle ist“, waren sich Martin Kindl und Uwe Schmitz einig.