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Datum: 14.07.2026

Eine Strandkorbfreundschaft an der Dockkoogspitze

Wenn das Wetter es zulässt, schwingen sich Ingrid und Herbert Gummels, Ingrid und Michael Pross, Ute und Ove Peters sowie Martje und Lorenz Godbersen auf ihre Fahrräder, denn für sie geht es von Husum und Hattstedt fast jeden Tag zum Dockkoog. Seit vielen Jahren gehört das zu ihrem Leben.

Dort stehen ihre Strandkörbe bereit, jeder hat seinen festen Platz. Die Ehepaare kennen sich seit Ewigkeiten, sie essen gemeinsam, klönen, baden, beobachten das Geschehen am Wasser und manchmal wird im Strandkorb auch einfach ein kleines Nickerchen gehalten. Immer mit einer frischen Brise um die Nase.

Den Dockkoog mögen sie gerade deshalb so sehr, weil er anders ist. Der Grasstrand beispielsweise gefällt ihnen besser als ein Sandstrand. „Wir mögen keine Sandkörner zwischen den Zehen“, sagt einer aus der Runde und alle lachen. Früher kamen sie sogar bei Schietwetter, aber inzwischen sind sie etwas wählerischer geworden.

Als bekannt wurde, dass der Dockkoog wegen der Bauarbeiten geschlossen werden sollte, traf sie die Nachricht tief. „Das war eine Katastrophe, wie ein Schlag ins Gesicht.“ Manche hätten nachts kaum schlafen können. Besonders mit Blick auf das eigene Alter. „Wir wissen doch gar nicht, was in zwei Jahren ist“, meinen sie.

Wie viele andere schrieben sie eine Mail ans Rathaus. Eine Antwort kam, die Hoffnung blieb und als schließlich feststand, dass der Dockkoog zumindest eingeschränkt geöffnet wird, flossen bei einigen sogar Freudentränen. „Es kann doch auch nicht sein, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird“, so Ute Peters. Für sie und die anderen ist der Dockkoog weit mehr als ein Badeplatz. Er ist ein Stück Zuhause, ein Treffpunkt und ein fester Bestandteil ihres Alltags.

Als feststand, dass wegen der Baustelle nur 60 Strandkörbe aufgestellt werden konnten und diese verlost werden mussten, wurde das Warten zur Zitterpartie. Besonders für Martje und Lorenz Godbersen, die Ältesten der Gruppe. Zunächst gingen sie leer aus.

„Da waren wir natürlich sehr traurig“, erzählen sie. Doch dann gab jemand seinen Strandkorb zurück und „darüber haben wir uns dann natürlich riesig gefreut.“

Die Bauarbeiten selbst stören die Gruppe kaum. „Wir sind meistens hier, wenn Flut ist. Dann können ohnehin nicht so viele Arbeiten erledigt werden“, erzählt Herbert Gummels. „Und wenn gearbeitet wird, sind wir oft gar nicht da. Und wenn doch, stört es uns nicht.“

Im Gegenteil: Die Veränderungen verfolgen sie alle mit großem Interesse. Sie freuen sich darüber, dass der Bürgermeister am Ende eine Lösung gefunden hat. „Wir sind sehr froh, dass eingelenkt wurde und wir weiter hier sein können.“

Auch eigene Ideen bringen sie ein. Michael Pross, Handwerker durch und durch, hat einen praktischen Vorschlag, wie er meint: „Die Duschen sollten nicht direkt vor der Treppe stehen, sondern ein Stück daneben. Dann läuft der Schlick nicht auf die Treppenanlage und es wird weniger rutschig.“ Schließlich habe es dort in der Vergangenheit immer wieder Stürze gegeben und „das muss ja nicht sein.“

Über die Diskussion um einen Dockkoog-Shuttle hat die Strandkorb-Gruppe ebenfalls eine klare Meinung. Ein solcher Fahrdienst würde sich ihrer Ansicht nach wirtschaftlich nicht tragen. „Man kann nicht finanziell alles auf die Stadt abwälzen“, finden sie. Wer selbst nicht mehr mobil sei, könne sicherlich auch mit Hilfe von Freunden, Nachbarn oder Fahrgemeinschaften zum Dockkoog kommen.

Während sie erzählen, schweift der Blick immer wieder aufs Wasser. „Hier passiert immer etwas“, sagt Ingrid Gummels. „Wir haben alles im Blick. Wenn jemand ausrutscht oder ein Kind Hilfe braucht, merken wir das sofort und das manchmal eher als die Eltern, die gerade entspannt in der Sonne liegen oder aufs Handy schauen.“

Vielleicht ist genau das das Geheimnis dieser Strandkorbgemeinschaft, denn sie kommt nicht nur zum Baden. Sie passt aufeinander auf und irgendwie auch auf den Dockkoog selbst.