Aus dem Arbeitsalltag des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen
Husum. Die Eindrücke aus dem Arbeitsalltag des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen rund um das Thema Inklusion sind vielfältig: Erich Jacobsen nimmt an Inklusionsanstrengungen sowohl aktiv durch eigene Initiativen wie auch passiv durch Maßnahmen anderer teil. Seit drei Jahren bringt er sich ehrenamtlich in diese Arbeit ein - dabei immer im Blick: Der realistische Maßstab des Mach- und Umsetzbaren wie auch die Rechte der Betroffenen.
In so mancher politischen Rede wird von „gelebter Inklusion“ gesprochen. Das Ziel einer umfänglich praktizierten Inklusion ist damit jedoch noch nicht erreicht. Die beschlossenen öffentlichen Baumaßnahmen werden meist mit touristischen Mehrwerten und der Steigerung der örtlichen Wirtschaftskraft begründet. Eine gänzliche Barrierefreiheit, einschließlich behindertengerechter Hin- und Rückwege, wird aber bei der Finanzierungsfrage oft auf ein Minimum reduziert. So wurde beispielsweise der städtische Busverkehr mit neuen behindertengerechten Bussen neu geregelt. Eine Umrüstung auf barrierefreie Haltestellen und Straßenquerungen unterblieb bislang jedoch weitestgehend.
Auch auf dem zentralen Busbahnhof steht gegenwärtig keine öffentliche, noch behindertengerecht öffentliche Toilette zur Verfügung. Nach Auskunft des Bauamtes wird hier bis zum Neubau des Gebäudes - in dem eine barrierefreie und behindertengerechte öffentliche Toilette errichtet wird - am 11.03. eine mobile barrierefreie Toilette aufgestellt.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass bei der Neuplanung eines Spielplatzes die Kinder aktiv mit einbezogen wurden. Trotz deutlichem Presseaufruf - insbesondere auch an die Kinder mit Behinderungen - nahmen diese nicht an einer sonst sehr gut besuchten „Spiele-Rallye“ mit der Möglichkeit zur Nennung zukünftig gewünschter Spielgeräte teil.
Größere Bauprozesse zeigen durchaus erkennbare Absichten einer gewollten Barrierefreiheit, aber auch hier gibt es noch Luft nach oben. Kleinere Verbesserungsmaßnahmen, wie z.B. die Anlage von Rampen auf Behindertenparkplätzen, werden dagegen vereinzelt in Angriff genommen.
Diese Aufzählungen der vielfältigen Inklusions-Arbeitsfelder mögen den Lesenden ein wenig Rückschluss geben, wie es tatsächlich um das weitestgehend selbstbestimmte Dazugehören gehandicapter Menschen steht. Nach wie vor gilt es, auf sämtlichen Ebenen die Akzeptanz für eine ganzheitliche Inklusion zu erhöhen und das Bewusstsein dafür zu schärfen. Als Rahmen- und Impulsgeber ist die Politik gefragt und wo es möglich ist, dürfen und sollten auch Betroffene aktiv und selbstbestimmt für entsprechende Rechte und Pflichten mit eintreten.
