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Datum: 23.09.2025

40. Husumer Filmtage mit Deutschlandpremiere des neuen »Schimmelreiters« nach Theodor Storm

Mit der Deutschlandpremiere einer neuen Filmversion des „Schimmelreiters“, einem ungewöhnlichen Stummfilmkonzert zum Klassiker „Metropolis“, einer Retrospektive aus Highlights aus 40 Jahren und zahlreichen Gästen aus der Filmbranche feiern die Husumer Filmtage von Donnerstag, 2. Oktober, bis Mittwoch, 8. Oktober, ihr Jubiläum

Wie alle 40 Ausgaben zuvor sind auch die diesjährigen Filmtage eine Veranstaltung der Volkshochschule Husum und finden im traditionsreichen, familiengeführten Kino Center Husum statt. Höhepunkt bei den 40. Husumer Filmtagen ist unter anderem die zeitgenössische, von Regisseurin Francis Meletzky um den Aspekt des Klimawandels und dessen gesellschaftliche Verdrängung ergänzte Filmversion von „Der Schimmelreiter“ als Deutschlandpremiere. Es ist die mittlerweile vierte Verfilmung der erfolgreichsten Novelle des Husumer Schriftstellers Theodor Storm (1817- 1888) um einen reformfreudigen Deichgrafen, der mit Traditionen brechen will. Der Film wurde zwar nicht in Schleswig-Holstein gedreht, kommt aber am Sonntag, den 5. Oktober, quasi an den Ort der Entstehung ihrer literarischen Vorlage und wird von Produzent Michael Luda von B+M entertainment (Erfurt) vorgestellt.

Ebenfalls am Sonntag, 5. Oktober, wird es eine Sondervorführung des Nachkriegsdramas „Amrum“ von Regisseur Fatih Akin geben, der auf der Nordseeinsel gedreht wurde (nach Drucklegung der Programme zusätzlich aufgenommen).

In der Reihe mit Schleswig-Holsteinischen Filmen ist der auf der Hallig Hooge inszenierte Debütfilm von Regisseurin Lynn Oona Baur, „Manchmal denke ich plötzlich an Dich“ über eine werdende Mutter zu sehen, die in der selbstgewählten Isolation eine schicksalshafte Entscheidung treffen muss. Komplett in den Dünen und an den Stränden von St. Peter Ording nahe Husum wurde ein weiterer Debütfilm, „Bubbels“, von Sebastian Husak gedreht, in dem zwei Jugendfreunde feststellen müssen, dass sie sich entfremdet haben. Husak wird seinen Film persönlich vorstellen, der wie Lynn Oona Baurs Werk wie für die Husumer Filmtage geschaffen ist, die sich seit ihrem Bestehen der Präsentation von Filmen mit Schleswig-Holsteinischen Bezügen widmen.

„Manchmal denke ich plötzlich an Dich“ und „Bubbels“ sind ebenso wie der Dokumentarfilm „Vom Traum unsinkbar zu sein“ über die letzten Schiffe der früheren Flotte der DDR-Hochseefischerei von Regisseur Tom Fröhlich Vorpremieren vor den Kinostarts.

Direkt nach dem Kinostart präsentiert Hauptdarsteller Rainer Bock am Sonnabend, 4. Oktober, m Kino Center Husum das Filmdrama „Karla“ der Nachwuchsregisseurin Christina Tournatzés, in welchem er als verständnisvoller Richter einer missbrauchten jungen Frau zu einem fairen Prozess verhelfen will. Der Film läuft in der Reihe „Neuer deutscher Film“, in der auch die von der Kritik hochgelobten Titel „Zikaden“, „Was Marielle weiß“, „Islands“, die Dokumentarfilme „Ich will alles. Hildegard Knef“ und „Im Prinzip Familie“ sowie der in Cannes prämierte „In die Sonne schauen“ gezeigt werden.

Die meisten Gäste werden in der Schleswig-Holstein-Reihe erwartet, darunter einige Kurzfilmer und die Vertreter der Flensburger Kurzfilmtage und des Eckernförder Green Screen Naturfilmfestivals, mit denen die Husumer Filmtage wieder kooperieren.

Aber auch zur Retrospektive mit Highlights aus 40 Jahren Husumer Filmtage wie beispielsweise Detlev Bucks „Erst die Arbeit und dann?“, aus dem ersten Filmtage-Jahr 1985, Lars Jessens „Die Schimmelreiter“ von 2008 oder „Mythos im Meer – Die privaten Sylter Filmschätze“ von Claus Oppermann und Sven Bohde (2019) sind Gäste eingeladen.

Zum Thomas Mann-Jahr 2025 präsentiert Regisseur André Schäfer auf den Husumer Filmtagen sein aktuelles, essayistisches Schriftstellerporträt „Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann“ und Autor Tilmann Lahme im Nissenhaus Husum seine spektakuläre Biografie „Thomas Mann. Ein Leben“ (Kooperation mit der Schlossbuchhandlung und dem Nordfrieslandmuseum).

Spektakulär aber auch die Eröffnung der 40. Husumer Filmtage, mit der die Kuratoren an die Tradition der ersten 20 Jahre anknüpfen, bei denen zum Auftakt meist ein Stummfilmkonzert stattfand: Den legendären Stummfilmklassiker „Metropolis“, den Fritz Lang 1930 in Babelsberg mit großem Aufwand inszenierte, begleitet die Husumer Band Häwelmon mit einer Mischung aus norddeutschem Progressiv Rock und Jazz.

Weitere Informationen: www.husumer-filmtage.de