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Fair am Meer - Husum ist Fairtrade-Town

Husum hat das begehrte Siegel erhalten und ist seit November 2019 nun offiziell Fairtrade-Town. Damit setzt die Storm-Stadt ein klares Zeichen für die Zukunft: Der Faire Handel soll gefördert und gemeinsam mit Politik, Wirtschaft sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden.Eine große Aufgabe, an der eine Steuerungsgruppe eifrig gearbeitet hat und das auch zukünftig tun wird. Für die Mitglieder galt es unter anderem im Vorwege, Husumer Geschäfte, Institutionen, Gastronomie-Betriebe, Hotels und alle, die Fairtrade-Produkte anbieten oder nach dem Fairtrade-Gedanken handeln, zu ermitteln.

Das Projekt ist dank des ehrenamtlichen Engagements der Steuerungsgruppe am Ziel. Das erste Ziel wohlgemerkt, denn inzwischen  gibt es eine Reihe neuer Aufgaben: Die Region durch das, was sie bietet, zu stärken und das Bewusstsein der Menschen für das Thema zu schärfen. Aktionen, Vorträge und Veranstaltungen gehören natürlich dazu. Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte der Presse (Print und online) sowie der Husum-Homepage.


Wo und welche Produkte derzeit in Husum im Angebot stehen, zeigt ein übersichtlicher Stadtplan, der in einem ansprechenden Faltblatt integriert ist. Zudem sind die Anbieterinnen und Anbieter einzeln aufgelistet und es gibt Informationen zum Thema.Wer sich als Fairtrade-Anbieterin oder Anbieter in dem Flyer wiederfinden möchte, kann sich per Meldebogen melden. Erhältlich ist der Anmeldebogen am Infotresen des Rathauses, wo er ausgefüllt auch wieder abgegeben werden kann.

Download: Meldebogen und Flyer

Online-Rücksendung des Meldebogens und weitere Informationen per Mail fairtrade@husum.de.

Kurzer Rückblick:

Im Januar 2018 fand im Husumer Rathaus auf Einladung der Stadt eine Auftaktveranstaltung zum Thema „Fairtrade-Town Husum“ statt. Das Interesse der Husumerinnen und Husumer war groß, erste Ideen zur Umsetzung kamen an dem Abend bereits auf den Tisch.  Abschließend trugen sich Interessierte für die Gründung einer Steuerungsgruppe in eine Liste ein. Anvisiert war, das begehrte Zertifikat 2019 zu erhalten und das hat geklappt

Global denken, lokal handeln

Weltweit gibt es über 2.200 und bundesweit mehr als 500 Städte und Kommunen, die das Fairtrade-Town-Siegel tragen. In Schleswig-Holstein sind es mittlerweile 20. Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum und gerechtere Handelsstrukturen wächst kontinuierlich. 2009 startete die internationale Kampagne Fairtrade-Towns.

Weitere Informationen zu den Kriterien, die es zu erfüllen galt, wer inzwischen alles dabei ist, zum Ideenpool und vieles mehr unter www.fairtrade-towns.de.

Das Husumer Fairtrade Kochbuch


Geplant war ein öffentliches Picknick auf dem Husumer Marktplatz, ein Buch ist es geworden: Weil das im September 2020 geplante „Faire Dinner“ Corona bedingt ausfallen musste, machte die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Initiative der Stadt kurzerhand aus der Not eine Tugend und bewarb sich um Zuschüsse bei der Umwelt-Lotterie des NDRs, „BINGO”. Und tatsächlich erfolgte eine kräftige Finanzspritze. „FAIRTRADE MIT GENUSS“, heißt das Ergebnis.

Und das kam so: Weil das Dinner abgesagt werden musste, wurde es gewissermaßen in die nordfriesischen Küchen verlegt. Fleißige Köchinnen und Köche produzierten am heimischen Herd Gerichte mit fair gehandelten und Bio-Lebensmitteln und schickten Fotos ein. Zumindest letztere konnten also von Interessierten begutachtet werden, und schnell kam die Frage nach dem Rezept auf. Die Idee für das Buch war geboren.

Es wurden leider keine Medien gefunden.

„FAIRTRADE MIT GENUSS“ ist ein Koch- und Backbuch mit Mehrwert, bietet es doch neben einer Vielfalt an Rezepten von deftig und herzhaft bis süß auch jede Menge Informationen: Über das Fairtrade-Konzept, über Lieferketten und den Bezug von Fairtrade- und regionalen Bioprodukten, über die Region und den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer vor der Haustür und dessen Partner-Programm.

Denn Husum ist nicht nur Fairtrade-Stadt, sondern auch Nationalpark-Partner.

Herausgeber von „FAIRTRADE MIT GENUSS“ ist der Weltladen Husum, die Redaktion übernahm die Fairtrade-Initiative Husum. Das Kochbuch ist im Weltladen, Hafenstraße 3 (im Nationalparkhaus) zum kostendeckenden Verkaufspreis von 12.95 Euro erhältlich. Weitere Verkaufsstellen sind die Husumer Buchhandlungen Liesegang und Schlossbuchhandlung, der Shop des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum sowie die Tourist-Information Husum.

Schokolade der Fairen Fünf

Als Faire Fünf haben sich die Fairtrade Towns Husum, Niebüll und St. Peter-Ording, die Faire Hallig Hooge und der Kirchenkreis Nordfriesland zusammengetan, um die Werte des Fairen Handels auf schokoladige Art und Weise in Nordfriesland zu verbreiten.

Seit 2021 gibt es in den teilnehmenden Orten eine Schokoladen-Sonderedition. Dabei handelt es sich um 37-prozentige GEPA-Schokolade aus fairem Handel, die mit fünf verschiedenen, wunderbar gestalteten Geschenkverpackungen erscheint, deren Motive auf den jeweiligen Kooperationspartner hinweisen.

Das Husumer Motiv der Schülerin Mieke Tüxen von der Hermann-Tast-Schule etwa zeigt eine Aquarellzeichnung des Hafens.

Das Niebüller Motiv, gestaltet von einer Schülerin der Friedrich-Paulsen-Schule, wirbt für die Fairtrade Town und die Schokoladenverpackung für die Faire Hallig Hooge zeigt einen wunderschönen Sonnenaufgang hinter der Warft.

St. Peter-Ording, jüngstes Mitglied im Kreis der Fairtrade Towns, wirbt mit einem bunten Kinderbild der berühmten Pfahlbauten und der Kirchenkreis Nordfriesland präsentiert sich als Kirche für die Jugend.

Für den Kirchenkreis Nordfriesland ist Anna Ihme vom Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland im Kreis der Fairen Fünf dabei. Sie setzt sich dort besonders für das jugendliche Engagement im Kirchenkreis ein.

Die 100-Gramm-Tafeln werden im freien Verkauf in den Weltläden in Niebüll und Husum, in den Tourismus-Inforamtionen in St. Peter-Ording und Husum sowie im Eine-Welt-Schrank im Pastorat auf der Kirchwarft auf Hallig Hooge (in Zusammenarbeit mit der dortigen Schutzstation) angeboten. Neben einem Eigenmittelanteil finanziert sich das Schokoladenprojekt aus dem Verkauf der Schokolade und aus Fördermitteln.

Eine riesengroße Unterstützung bekam das Projekt vom Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk in Husum. Dort wurden nämlich kostenfrei alle der ersten 3.500 Schokoladentafeln in die Motivkartons verpackt. Als Dankeschön gab es natürlich auch Schokolade für alle am Verpackungsprozess beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine 100-Gramm-Tafel kostet zwei Euro. Die Erlöse der ersten 3.500 verkauften Tefeln gehen in die Finanzierung von fünf (Jugend-) Aktionstagen, die in fünf Orten in Nordfriesland stattfinden werden. Mer über das gesamte Projekt  können Interessierte hier nachlesen. Dorthin gelangt auch, wer auf der Schokoladenverpackung den QR-Code scannt. Wer diese Aktionstage mit dem Kauf der Schokolade unterstützen möchte, darf an den Verkaufsstellen natürlich noch die Spendenbox füllen.

Neben Angelika Zöllmer-Daniel und Anna Ihme sind Sebastian Rischen und Laura Hinrichsen von der Tourismuszentrale St. Peter-Ording, Pastorin Hildegard Rugenstein und FSJlerin Laureen Sturm von der Hallig Hooge sowie Holger Heinke und FSJlerin Lena Böddeker von der Stadt Niebüll im Team der Fairen Fünf dabei.

Alle zusammen wünschen sich für das Schokoladen-Projekt, dass mit dem Verkauf der Schokolade faires und nachhaltiges Handeln und ein ebensolches Konsumverhalten in Nordfriesland mehr Aufmerksamkeit bekommen. Mit diesem Projekt möchte das Organisationsteam einen kleinen Beitrag leisten, dass sich weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Sozialstandards sowie die Rechte der Kakaobauernfamilien im globalen Süden verbessern und Kinderarbeit zurückgedrängt wird. Dies sind einige der Ziele, der im Fairen Handel entlang der globalen Lieferketten engagierten Menschen und Organisationen. Und natürlich soll die Schokolade gut schmecken.

Web-App FairFinder


Die Web-App „FairFinder“ ist da. Sie wurde während der vergangenen Jahre parallel zu den Aufgaben in der Steuerungsgruppe FairTrade-Town Husum und dem Zertifizierungsprozess entwickelt.

Mit dem „FairFinder“ sollen Menschen, die an Fairtrade interessiert sind und auch bevorzugt fair produzierte Produkte kaufen, mit den Händlerinnen und Händlern vor Ort auf kurzem Weg zusammenkommen.

Neben der Möglichkeit, gezielt und in der Nähe nach Fairtrade-Angeboten zu suchen, können Nutzerinnen und Nutzer in der App Favoriten markieren und Benachrichtigungen über Sonderangebote oder besondere Aktionen der Anbieterin beziehungsweise des Anbieters erhalten.

Auch Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Thema Fairtrade sind über die App zu finden. Kirchen, Bildungseinrichtungen und sonstige Institutionen, die sich für den fairen Handel einsetzen, Projekte anbieten und zum Thema informieren, können sich über fairtrade@husum.de kostenlos eintragen lassen, um besser von Fairtrade-Interessierten aus der Region gefunden zu werden. Insbesondere Händlerin und Händler sind Teil des Netzwerks.

Der „FairFinder“ ist erreichbar unter fairfinder.app.


Fairtrade in der Stadtbibliothek

„Repair&Fair“, heißt es im Rahmen der Fairen Woche in der Stadtbibliothek am 7. Oktober 2022, ab 15.30 Uhr.

Jochen Gedlich gehört zur Fairtrade-Steuerungsgruppe Husum und stellt an diesem Tag in das Repair Café vor. Diese Einrichtung ist eine Nachbarschaftsinitiative, die das Reparieren als Alternative zum Wegwerfen fördert. Die Initiatoren organisieren jeden ersten Sonnabend im Monat von 14 bis 17 Uhr ein Repair Café im Sozialkaufhaus „Möbel & Mehr“, Hinter der Neustadt 70-72. Einwohnerinnen und Einwohner aus Husum können mit ihren defekten Gegenständen dann dorthin kommen, um sie unter der fachlichen Anleitung und Unterstützung von ehrenamtlichen Reparateuren wieder in Ordnung zu bringen.

„Wir könnten dafür gut noch mehr geschickte Ehrenamtliche aus der Umgebung gebrauchen“, so Jochen Gedlich. Wer Interesse daran hat, sollte den Nachweis mit der Qualifikation als Elektrofachkraft nach DGUV Vorschrift 3 oder DIN VDE 0105-100 vorweisem können. Weitere Informationen: https://www.moebel-und-mehr-husum.de/repaircafe/ und auf der internationalen Webseite https://repaircafe.org/de/. Anmeldungen als ehrenamtliche Helferin oder Helfer sind unter der Telefonnummer 04841-2153 sowie per Mail an fbs@dw-husum.de möglich.

Um 15.30 Uhr wird die Wanderausstellung „FIT FOR FAIR - Sport trifft Fairen Handel“ des Entwicklungspolitischen Informationszentrums Göttingen (EPIZ) in der Bibliothek eröffnet.

Die Ausstellung wirft die Fragen auf, ob Sport ohne Fair Play denkbar ist und ob bei der Produktion von Sportkleidung und Sportbällen alles fair abläuft. Die Maxime des Sports, das Fair Play, wird bereits vor dem Spiel angesetzt, nämlich bei der Produktion und beim Konsum von Sportequipment. Dieser Gedanke führt als Roter Faden durch die Ausstellung hin zu vielfältigen Impulsen für ein Engagement für globale Gerechtigkeit im Sportverein sowie Mitmachaktionen.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Stadtbibliothek bis zum 21. Oktober und wechselt dann für weitere zwei Wochen an die Friedrich-Paulsen-Schule nach Niebüll.