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Datum: 06.11.2026

50 Jahre Freundschaft über Grenzen hinweg

Husumer Delegation feiert Jubiläum in Kidderminster – bewegende Erinnerungen und ein eindringlicher Appell für Europa und den Frieden

Mit herzlicher Gastfreundschaft und bewegenden Erinnerungen hat eine Husumer Delegation im vergangenen Monat in Kidderminster das 50-jährige Bestehen der offiziellen Städtepartnerschaft gefeiert. Der Jubiläumsbesuch war Anlass, auf fünf Jahrzehnte deutsch-britischer Freundschaft zurückzublicken und zugleich ihre Bedeutung für die Zukunft Europas zu unterstreichen.

Bürgervorsteher Robert Koch würdigte in seiner Festrede die Menschen, die diese Verbindung über Jahrzehnte getragen haben. Eine Städtepartnerschaft lebe vor allem von persönlichen Begegnungen, gegenseitigem Vertrauen und Freundschaften, die über Ländergrenzen hinweg entstehen. Gerade in schwierigen Zeiten seien solche Verbindungen wichtig, um Vorurteile abzubauen und Verständnis füreinander zu schaffen. Sein Wunsch: Auch kommende Generationen sollen diese Freundschaft erleben und weitertragen.

Rainer Maaß, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Husum, nahm die Gäste mit zu den historischen Anfängen: Bereits 1955 gab es erste Begegnungen zwischen Husum und Kidderminster. Aus der Städtefreundschaft entwickelte sich 1976 die offizielle Partnerschaft. Maßgeblich daran beteiligt waren auf englischer Seite Charles Talbot, Leiter des Kidderminster Clubs, der den Jugendaustausch pflegte, sowie Mayor Norman Broome. Dieser wurde für Maaß persönlich zu einer Art englischem Vater, seinem „English Daddy“.

Gemeinsam mit dem damaligen Husumer Bürgermeister Ernst Schlüter und Maaß wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Broome verband mit seinem Engagement eine große Vision: Er träumte von einer „United Nation of Europe“ und einem dauerhaften Frieden in Europa.

Besonders bewegend war Maaß' Erinnerung an eine Begegnung seines englischen „Daddys“ mit seinem eigenen Vater. Die beiden stellten fest, dass sie sich während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich aufgehalten hatten, allerdings auf unterschiedlichen Seiten.

Jahrzehnte später begegneten sie sich als Freunde ihrer Familien. „Eine Geschichte, die eindrucksvoll zeigt, was Versöhnung und persönliche Begegnungen bewirken können“, so Maaß. Aus dieser Geschichte heraus richtete er einen eindringlichen Appell an die Festgesellschaft: „Stehen Sie zu unserer Partnerschaft, stehen Sie zu Europa.“

Bürgervorsteher Robert Koch unterstrich die Bedeutung der Partnerschaft für ein friedliches Europa: „Wir wünschen uns, dass unsere Kinder und Enkel in einer Welt leben können, in der Menschen einander mit Offenheit und Respekt begegnen. Unsere Städtepartnerschaft kann dazu einen Beitrag leisten. Lassen Sie uns diese Freundschaft bewahren, weiter vertiefen und an kommende Generationen weitergeben.“