Schlosspark: Restaurierung des Mahnmals für die Opfer aller Kriege
Das Mahnmal für die „Opfer aller Kriege“ im Husumer Schlosspark wird in den kommenden Monaten umfassend restauriert
Mit der Sanierung bleibt ein bedeutendes Zeugnis der Husumer Stadtgeschichte erhalten. Das Mahnmal erinnert an die Opfer aller Kriege und ist seit vielen Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Schlossparks. Es steht für das Gedenken an die Folgen von Krieg, Gewalt und Zerstörung.
Die Idee für eine zentrale Gedenkstätte entstand bereits Anfang der 1950er Jahre. Damals diskutierten Vertreter der Stadt, des Kreises, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, des Soldatenbundes, des Heimkehrverbandes und der Kirchengemeinde über einen geeigneten Ort für ein Mahnmal, das an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern sollte. Nach verschiedenen Vorschlägen fiel die Entscheidung schließlich auf den heutigen Standort im Schlosspark.
Entworfen wurde es vom Husumer Architekten H. J. Feddersen, die künstlerische Gestaltung übernahm der Bildhauer Siegfried Assmann. Eingeweiht wurde das Mahnmal am Volkstrauertag, am 17. November 1963. Propst Petersen sprach seinerzeit von einer „tapferen Entscheidung“, weil sich das Denkmal bewusst nicht an den damals üblichen Vorstellungen eines Mahnmals orientierte. Gleichzeitig wurde die bereits vorhandene Skulptur „Die Trauernde“, die an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert, in die Gesamtanlage einbezogen. Damit sollte das Gedenken nicht auf einen einzelnen Krieg beschränkt bleiben, sondern vielmehr an alle Kriege erinnern, sowohl vergangene als auch zukünftige.
Heute ist das Mahnmal als Kulturdenkmal in der Denkmaldatenbank Schleswig-Holsteins eingetragen. Das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein unterstützt die anstehende Restaurierung deshalb mit Fördermitteln in Höhe von 30.000 Euro.
Die Restaurierungsarbeiten beginnen in der kommenden Woche. Zunächst wird der aktuelle Zustand des Denkmals umfassend untersucht, eine fotografische Dokumentation erstellt sowie die genaue Vermessung, Materialuntersuchungen und Sondierungen unternommen. Anfang September werden die Ergebnisse ausgewertet und die weiteren Maßnahmen vorbereitet. Die eigentlichen Restaurierungsarbeiten sind anschließend bis Ende Oktober vorgesehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wetterbedingungen die Arbeiten zulassen.
Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich auf rund 78.000 Euro. Mit der Sanierung wird nicht nur ein bedeutendes Kunstwerk erhalten. Gleichzeitig bleibt auch ein wichtiger Ort des Erinnerns für kommende Generationen bestehen.
Das Denkmal: Im Mittelpunkt steht eine Figur mit erhobenem Arm. Sie steht auf einem Sockel, der an eine explodierende Granate erinnert. Zu ihren Füßen liegen gefallene Menschen. Der Künstler wollte mit dieser Darstellung die Schrecken des Krieges sichtbar machen. In seinen eigenen Worten beschrieb er das Werk als „einen Aufschrei und ein Flehen“. Die zerbrochenen Formen des Sockels symbolisieren zerstörte Körper und die Folgen von Krieg und Gewalt.
