Preis für Trinkwasser steigt zum Stichtag 10. Oktober
Husum Netz erhöht Preise erstmals seit 2017 – Preisniveau nach Erhöhung noch immer im Mittelfeld der Wasserversorger in der Region – neue Preisstufe für Großverbraucher eingeführt
Zu
m Stichtag 10. Oktober 2026 erhöht die Stadtwerke Husum Netz GmbH (Husum Netz) den Wasserpreis erstmals seit 2017. Grund für die Anpassung sind über die Jahre gestiegene Kosten – für Rohstoffe ebenso wie für Material oder Löhne.
Seit der Einführung des neuen Tarifmodells im Jahr 2017 gibt es beim Wasserpreis drei Preisbestandteile: Den Mengenpreis, also den verbrauchsabhängigen Preis pro Kubikmeter sowie die beiden verbrauchsunabhängigen Bestandteile: den Verrechnungspreis und den Systemvorhaltepreis. Alle drei Bestandteile erhöhen sich. Norbert Jungjohann, Geschäftsführer der Husum Netz, erläutert: „Natürlich ist uns klar, dass aktuell jede Preiserhöhung eine Belastung für Haushalte darstellt. Allerdings ist es die erste Preisanpassung beim Waser seit neun Jahren. Wir bewegen uns damit im Vergleich mit den umliegenden Wasserversorgern im Mittelfeld.“ Das gelte für kleine Verbräuche ebenso wie für große, erläutert der Geschäftsführer und ergänzt: „Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt betragen die monatlichen Mehrkosten rund 12 Euro.“ Aufs Jahr gerechnet sind es rund 144 Euro.
Neben der Anpassung der Preisbestandteile führt Husum Netz einen zusätzlichen Zwischenschritt bei der Staffelung des Systemvorhaltepreises für größere Wasserkunden ein. „Die neue Zwischenstufe erlaubt eine noch genauere Zuordnung zur Unternehmensgröße als bisher. Die Preissprünge des Systemvorhaltepreises fallen für Unternehmen mit dieser Neuerung moderater aus“, sagt Norbert Jungjohann. Die genaue Staffelung des neuen Preissystems ist nachzulesen auf der Homepage der Husum Netz unter https://www.stadtwerke-husum.de/wasser/
Beispielrechnung für Vier-Personen-Haushalt
Für Haushaltskunden erhöht sich der Mengenpreis um 30 Cent auf 1,87 Euro brutto pro Kubikmeter. Was bedeutet das für eine durchschnittliche Familie? Eine vierköpfige Familie verbraucht am Tag ungefähr 500 Liter im Durchschnitt. Das entspricht 15.000 Liter oder 15 Kubikmeter Wasser im Monat. Für sie erhöht sich der Wasserpreis also um 4,50 Euro pro Monat.
Hinzu kommt der Systemvorhaltepreis, der die Kosten für die Bereitstellung des Wassers und die Instandhaltung des Wassernetzes umfasst. Er ist gestaffelt nach sogenannten Einwohnergleichwerten. Diese Einheit richtet sich nach dem bisherigen durchschnittlichen Verbrauch. Aus ihm werden die Einwohnergleichwerte errechnet. Für die angenommene Vier-Personen-Beispielfamilie wird ein Jahresverbrauch zwischen 120 und 240 Kubikmetern gemessen. Daraus ergibt sich ein Einwohnergleichwert über 3 und unter 6. Damit erhöht sich der jährliche Systemvorhaltepreis für diese Familie um 47,21 Euro auf 92,60 Euro brutto pro Jahr. Das sind monatliche Mehrkosten von rund 3,90 Euro.
Eine dritte Größe ist der Verrechnungspreis: Er ist unabhängig vom Verbrauch und stellt eine Pauschale für Abrechnung beziehungsweise Messeinrichtung dar. Das deckt die Kosten für Wasserzähler, Ablesung, Abrechnung und Verwaltung. Der Verrechnungspreis wird ebenfalls jährlich abgerechnet. Er richtet sich nach der Zählergröße. Für den durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt kommt der kleinste Zähler zum Einsatz. In dieser Kategorie steigen die Kosten jährlich um 5,67 Euro auf 43,48 Euro brutto. Im Monat sind das 3,62 Euro.
Drei Preisbestandteile seit 2017
2017 hatte die Husum Netz das Tarifsystem für Wasser überarbeitet und die dritte Preiskomponente, den Systemvorhaltepreis, eingeführt. Bei der Kalkulation des Modells hatte sich die Husum Netz am Leitfaden zur Wasserpreiskalkulation des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. orientiert. Ziel war es damals, die zunehmende Kluft zwischen verbrauchsabhängigen Erlösen und dem hohen Anteil von Fixkosten für die Bereitstellung der Trinkwasserversorgung auszugleichen. „Wir wollten die tatsächlichen Kosten möglichst genau abbilden“, sagt Norbert Jungjohann und ergänzt. „Das Tarifmodell funktioniert bis heute und wurde inzwischen auch von vielen anderen Trinkwasserlieferanten eingeführt.“
Sichere Wasserversorgung in Husum
Die Husum Netz ist für die Netzinfrastruktur und die sichere Versorgung mit dem Lebensmittel Nummer 1 in Husum und in Mildstedt zuständig. Die Husum Netz plant, baut und betreibt die Netze und Anlagen zur Versorgung mit Trinkwasser, die Lieferverträge für Wasser schließen Verbraucher mit den Stadtwerken Husum. Beide Unternehmen arbeiten bei der Tarifgestaltung Hand in Hand. Mit höchsten technischen Standards und regelmäßigen Laborkontrollen garantieren die Unternehmen die sichere Versorgung und Wasserqualität. Das Stadtwerke-eigene Wasserwerk bietet den Wasserkunden den Zugang zu einwandfreiem und sauberem Trinkwasser, das aus einer Tiefe von 60 bis 129 Metern gefördert wird.
Text: HusumNetz
