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Fortschreibung des Einzelhandelskonzept

Das Stadtverordnetenkollegium der Stadt Husum hat am 3. September 2026 die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes beschlossen. Das von der CIMA Beratung + Management GmbH aus Lübeck erarbeitete Konzept bildet künftig eine wichtige Grundlage für die Stadt- und Bauleitplanung sowie für die Bewertung und Steuerung von Einzelhandelsvorhaben. Die Fortschreibung wurde von Januar bis September 2026 erarbeitet. Das bisherige Einzelhandels- und Zentrenkonzept war 2014 beschlossen worden. Seither haben sich Einkaufsverhalten, Angebotsstrukturen, Wettbewerb und Onlinehandel deutlich verändert. Die Fortschreibung bildet die aktuellen Gegebenheiten ab und schafft einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung.

Die Untersuchung bewertet die Einzelhandelssituation in Husum insgesamt als sehr gut. Als Mittelzentrum versorgt Husum die eigene Bevölkerung, das Umland sowie Touristen und Tagesgäste. Zugleich macht die Untersuchung deutlich, dass die Möglichkeiten für ein weiteres quantitatives Wachstum weitgehend ausgeschöpft sind. Ziel ist daher vor allem, die vorhandenen Strukturen des Husumer Einzelhandels zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln. Das Konzept setzt auf eine klare Aufgabenverteilung zwischen drei Standortbereichen Innenstadt, Gewerbegebiet Ost und ergänzenden Nahversorgungsstandorten. Dieser Dreiklang soll auch zukünftig die Versorgungsaufgaben der Stadt Husum sichern.

Die Innenstadt bleibt der wichtigste Einzelhandelsstandort. Sie verfügt über einen breiten Angebotsmix aus inhabergeführtem Facheinzelhandel, Filial- und Fachmarktkonzepten sowie ergänzenden Nutzungen. Mehr als die Hälfte aller Einzelhandelsbetriebe in Husum ist in der Innenstadt angesiedelt. Die Funktionsmischung von Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen, Freizeit- und Kulturangebote sowie Aufenthaltsräume soll erhalten und weiter gestärkt werden. Dazu gehören unter anderem eine hohe Aufenthaltsqualität, eine gute Barrierefreiheit, eine attraktive Gestaltung des öffentlichen Raums und eine bessere Verknüpfung von Einkaufen, Begegnung und Freizeit. Mit dem Entwicklungskonzept wird der Innenstadt eine Entwicklungspriorität eingeräumt.

Das Gewerbegebiet Ost bleibt ein ergänzender Standort für großflächigen Einzelhandel mit nahversorgungsrelevanten und nicht zentrenrelevanten Sortimenten sowie für Angebote mit guter Pkw-Erreichbarkeit. Zum Schutz der Innenstadt und der wohnortnahen Nahversorgung sollen dort künftig keine neuen zentrenrelevanten Einzelhandelsangebote und grundsätzlich auch keine neuen Ansiedlungen mit nahversorgungsrelevanten Kernsortimenten entstehen. Entwicklungsspielräume bestehen für einige nicht zentrenrelevante Sortimente.

Die ergänzenden Nahversorgungsstandorte sichern die wohnortnahe Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und kurze Einkaufswege sollen sie im Bestand gesichert und nach Möglichkeit durch weitere Angebote – etwa Kioske oder Betriebe des Lebensmittelhandwerks – ergänzt werden.

Mit der Fortschreibung wurden auch die Sortimentsliste und die Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereiches gegenüber 2014 überprüft und angepasst.

Mit dem Beschluss als städtebauliches Entwicklungskonzept im Sinne des § 1 Absatz 6 Nummer 11 Baugesetzbuch wird die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes künftig als wesentliche Abwägungs- und Entscheidungsgrundlage bei der Aufstellung, Änderung, Ergänzung und Aufhebung von Bauleitplänen sowie bei der Bewertung und Steuerung von Einzelhandelsansiedlungen herangezogen. Das Konzept dient dabei als fundierte Bewertungsgrundlage für aktuelle sowie zukünftige Einzelhandelsvorhaben und zeigt möglicher Entwicklungsperspektiven und erforderlicher Handlungsnotwendigkeiten auf. Es schafft einen fachlichen und städtebaulichen Rahmen für die künftige Einzelhandelsentwicklung in Husum. Mit dem fortgeschriebenen Einzelhandelskonzept wurde eine planerische Grundlage geschaffen, um die Husumer Innenstadt als lebendigen Mittelpunkt zu stärken, die Versorgung in den Wohnquartieren zu sichern und zugleich klare Entwicklungsperspektiven für das Gewerbegebiet Ost zu geben.