Literatur im Museum: Diskussion anlässlich der Ausstellung zu Theodor Storms Novelle Aquis submersus
Literatur spielt sich im Kopf ab – beim Lesen. Was können Literaturausstellungen unter dieser Voraussetzung leisten? Sollen sie Entstehungs- und Wirkungsgeschichte einzelner Werke bebildern, eine literarische Epoche vergegenwärtigen oder eine Schriftstellerkarriere nachzeichnen? Oder erfüllen sie in einer Zeit, in der das Lesenlernen nicht am Anfang, sondern am Ende der Mediensozialisation steht, ganz andere, neue Aufgaben?
Über die Frage, welche Funktion und welchen Sinn die immersive Literaturvermittlung im Museum haben kann, diskutieren am Donnerstag, dem 15. Januar, um 19 Uhr im Vortragssaal im Nordfriesland Museum. Nissenhaus der Germanist Sebastian Bernhardt (Universität Münster), die Künstlerin, Galeristin und Kunstwissenschaftlerin Svea Taubert und der Romanist Jan Rhein (beide Europa-Universität Flensburg), die zu Ausstellungen geforscht haben, mit den Kuratoren der aktuellen Ausstellung zu Theodor Storms Novelle Aquis submersus im Nordfrieslandmuseum Nissenhaus. Vorab um 18.30 Uhr führt Tanja Brümmer (Direktorin Museumsverbund Nordfriesland) durch die Ausstellung.
Professor Sebastian Bernhardt hat sich in seiner Habilitationsschrift Literarästhetisches Lernen im Ausstellungsraum (2023) mit Literaturausstellungen als außerschulischen Lernorten für den Literaturunterricht beschäftigt.
Svea Taubert hat ihre Dissertation Räume stören, Stadt gestalten (2026) zu szenografischen Interventionen und soziokulturellen Praktiken in der Quartiersarbeit verfasst.
Jan Rhein setzt sich in seiner Dissertation Literatur im Museum und literarische Musealität (2025) anhand von Jean-Philippe Toussaint und Michel Houellebecq mit einschlägigen Theorien und Anwendungsbeispielen auseinander.
Tanja Brümmer (Direktorin des Museumsverbunds Nordfriesland) und der Literaturwissenschaftler Matthias Bauer haben zusammen mit Werner Fütterer die Ausstellung zu Theodor Storms Novelle Aquis submersus kuratiert, die noch bis zum 18. Januar im Nissenhaus zu besichtigen ist.
Der Eintritt ist frei.
