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18.12.2019

Recht auf Selbstbestimmung

Erich Jacobsen ist Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Husum.

© Pressestelle Stadt Husum

„Verständnis darf bei den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern  noch wachsen“, so Erich Jacobsen, Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Husum.

Zur zweiten Jahreszusammenkunft der Husumer Institutionen und Verbände für die Belange der Menschen mit Behinderungen hatte der Behindertenbeauftragte, Erich Jacobsen, in die Wohneinrichtung der Husumer Horizonte geladen. Wohl auch durch die interessanten Tagesordnungspunkte ausgelöst, stieß die Veranstaltung auf eine sehr gute Resonanz.

Neben den zahlreich erschienen Vertreterinnen und Vertretern konnte der Beauftragte aus dem Rathaus Bürgermeister Uwe Schmitz und Büroleiterin Ira Rössel sowie aus dem Kieler Landeshaus Dirk Mitzloff als stellvertretenden Landesbehindertenbeauftragten begrüßen.

Zum Tagesordnungspunkt, was denn Husumerinnen und Husumer mit Behinderungen vom  Bürgermeister erwarten dürfen, versuchte Uwe Schmitz eine objektive Antwort, die abwägend den Ansprüchen der Gesamtbevölkerung am ehesten gerecht werden mag. Doch auf die Umkehr der Frage, „was wäre denn, wenn Husumerinnen und Husumer ohne Behinderung besagte Zugeständnisse deswegen nicht in Anspruch nehmen können“, befand eine Teilnehmerin, dass sie so einen Gedankengang als Betroffene denn doch nicht hinnehmen mag und diese gerade nicht den gesetzlich verankerten Gleichstellungsrechten entspricht.

Der stellvertretende Landesbeauftragte berichtete sodann vom Entwicklungstand des Landesbehinderten-Gleichstellungsgesetzes und den fortgeschrittenen Novellierungsanstrengungen. Erich Jacobsen nahm die folgende Diskussion zum Fazit, dass ein Verständnis und ein fester Realisierungswille zur umfänglichen Teilhabe besonders durch engagierte Interessenvertretungen beeindruckend zwar bestehe, in den Köpfen vieler Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Politikerinnen und Politiker dazu jedoch noch viel Wachstumspotenzial wünschenswert sei.

Zu oft werde die Beseitigung von Barrieren aus Kostengründen zurückgewiesen, obwohl, so der stellvertretende Landesbeauftragter, entstehende Mehrkosten nach fachkundiger Auskunft bei richtiger und rechtzeitiger Einplanung lediglich ein bis zwei Prozent der Gesamtkosten ausmachen sollen. Den Aktionsplan des Landes nahm Dirk Mitzloff zur Anregung, ob nicht auch so eine Anstrengung, abgestimmt auf Husumer Ideen und Planungen, einen Anreiz zur Initiative vor Ort darstellen mag. Diese Idee veranlasste unaufgefordert den Bürgermeister zur Ansage, bei entsprechenden Anstrengungen dabei persönlich mitwirken zu wollen.

Weiter führte der Husumer Beauftragte zu seiner vielfältig gelagerten Ehrenamtsarbeit seit seiner Bestellung vor einem Jahr aus. Er berichtete über sehr gut besuchte Sprechstunden, von vielen Vorstellungen, einer guten Zusammenarbeit im und auch außerhalb des Rathauses und von ersten erreichten Veränderungen zum Wohle Betroffener im guten Zusammenspiel mit dem Ordnungsamt. Auch habe er an mehreren Veranstaltungen und Planungen aktiv mitgewirkt und jeweils Position für die Behinderten bezogen, beispielsweise beim intrigierten Entwicklungskonzept Obere Neustadt und bei den ersten Vorbereitungen zur inklusiven Sonderausstellung im Nissenhaus zum Thema „Gewaltige Nordsee, Umgang mit den Naturkatastrophen“ ab Frühjahr 2020.

Seiner Meinung nach seien nachhaltig wirkende Teilhabe-Ergebnisse grundsätzlich aber nicht auf die Schnelle zu erreichen. Er sehe vor allem eine Kraft in seiner Arbeit, sich bei möglichst vielen Gelegenheiten, wie auch in den städtischen Gremiensitzungen, zu den Belangen der Menschen mit Behinderungen aktiv einzubringen um damit das Teilhabe-Interesse bei den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger mehr in den Fokus zu rücken. Schließlich sei er ausdrücklich über seine Arbeitsrichtlinie zur Abgabe von entsprechenden Stellungnahmen und Empfehlungen aufgefordert, und zwar ausdrücklich vor der Entscheidung über Maßnahmen, die Menschen mit Behinderungen betreffen oder betreffen können.

Mit einem besonderen Dank an die Aktiven des gegründeten Runden Tisches, längst als fest implementierte Arbeitshilfe angesehen, verabschiedete Erich Jacobsen die Tagungsgäste. Sehr beeindruckend für ihn, dass Bürgermeister Uwe Schmitz sich für die ganze Sitzungsdauer Zeit nahm und somit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich Eindruck gab, wie wichtig ihm die Behindertenbelange doch sind.

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