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Schriftzug Stadt Husum
22.06.2017

Von Gespenstern, Motorsägen und Stoppschildern

Britta Rudolph 25+1 Jahr Gleichstellungsstelle
(v.l.) Perke Heldt, Uwe Schmitz und Britta Rudolph.

© Pressestelle Stadt Husum

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Geburtstage, ein Gedanke und das nicht nur im Rahmen der Feierlichkeiten: Die städtische Gleichstellungsstelle wurde „25 + 1“ Jahr und das Husumer Frauenforum 25 Jahre. Grund genug, um in den Ratssaal des Rathauses einzuladen, wo die Gleichstellungsbeauftrage, Britta Rudolph, die rund einhundert Gäste begrüßte.

„Wir gehören ganz eng zusammen, netzwerkeln, lernen voneinander und so unterschiedlich wir auch alle sind, haben wir doch ein gemeinsames Ziel: Lieber gleichgestellt als später“, so Perke Heldt, DGB Regionssekretärin sowie Frau der ersten Stunde des Husumer Frauenforums.

1990 wurde die Kommunalverfassung geändert und damit der Weg für eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte für Städte mit mehr als 10000 Einwohnerinnen und Einwohner frei gemacht. Nicht alle seien darüber begeistert gewesen, oder wie es Perke Heldt auf den Punkt brachte: „Kommunalpolitiker waren skeptisch bis ablehnend.“ Ein polemischer Presse-Kommentar habe damals zu einem Shitstorm an Leserbriefen in Husum geführt, in denen sich Frauen für die Gleichstellungsstelle stark gemacht hätten.

Nach eineinhalb Jahren bestellte auch Husum die erste Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Inga Groth-Albrecht, und mit ihr begann auch die Arbeit im städtischen Frauenforum. Bei Antritt ihrer neuen Tätigkeit sei ihr bekannt gewesen, dass es auch um ihren Posten heftige Diskussionen gegeben hatte. Im Rathaus sei sie aber freundlich und aufgeschlossen aufgenommen worden. Zum Jubiläum war sie zwar abwesend, hatte Britta Rudolph aber ebenso wie der damalige Bürgermeister Kneer Eindrücke aus damaliger Zeit zukommen lassen, die vorgetragen wurden.

Auf Inga Groth-Albrecht folgte 1994 Daniela Jeksties und zwei Jahre später Britta Rudolph. Damit hat sie 21 der 26 Jahre der Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte geleistet, wobei Bürgermeister Uwe Schmitz allerdings nicht „vermessen“ sein und feststellen wollte, dass schon alles geregelt sei. „Ich bin sicher, dass auch wir in Husum in den nächsten Jahren auf unserem Zeitstrahl weitere Fortschritte bei der Verwirklichung der Gleichberechtigung machen werden.“ Allerdings denke er, dass auch nachfolgende Generationen an dieser Aufgabe noch genug zu tun haben werden. Dass Britta Rudolph ihm das ein oder andere Mal die Leviten gelesen und viel Arbeit bereitet habe sowie „richtig sauer“ auf ihn gewesen wäre, sei zu Recht geschehen. „Meistens jedenfalls“, so der Bürgermeister.

Ein Bild von der bunten Arbeit des Husumer Frauenforums entwarf Perke Heldt in ihrem Grußwort und sie bedankte sich bei der Gleichstellungsbeauftragten für ihre gute Arbeit und „unsere wunderbare Zusammenarbeit.“

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Etwa einhundert Gäste kamen zum gratulieren in den Ratssaal.

© Pressestelle Stadt Husum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Titel „Von Gespenstern, Motorsägen und Stoppschildern“ stellte Britta Rudolph Entwicklungen von Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Mädchen und Frauen und praktische Erfahrungen in ihrer Arbeit vor. Der Stadt Husum bescheinigte sie, ein gutes Pflaster für Gleichstellungsarbeit zu sein: „Es ist nicht Bullerbü, aber eben auch nicht Schilda.“ Verwaltung, Politik, Beratungsstellen sowie Ehrenamt leisteten in der Regel engagierte und gute Arbeit.

Abschließend bedankte sie sich für viele Dinge, wie die kollegiale Unterstützung und offenen Worte, hitzigen Diskussionen und das Ringen um Lösungen sowie auch für Unsachlichkeit und Angriffe, denn das „helfe beim wachsam bleiben“.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Anna Suzuki und Anastasia Queitsch von der Hermann-Tast-Schule. Den Auftakt der Veranstaltung bestritt Bente Varlemann mit ihrem Poetry-Slam-Text „Was ich habe“.

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