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Schriftzug Stadt Husum
Titelfoto Leben

Rundgang - Die Altstadt

Der Schlossgang

Durch den Schloßgang mit seinen modernen, aber im äußeren Erscheinungsbild der Altstadt angepassten Wohnhäusern führt der Weg zurück zum Marktplatz, durch den Rundbogen des Rathauses, das mit der Rückseite des Herrenhauses einen reizvollen altstädtischen Winkel bildet.

Osterende

Nördlich der Marienkirche gelangt der Besucher Husums vorbei an den Geschäfts- und Wohnhäusern der Norderstraße aus den verschiedensten Stilepochen zum Osterende. Auf seiner Südseite liegt ziemlich am Anfang der Klosterkirchhof. Auf ihm wurde in der Familiengruft der uns bereits bekannten Familie Woldsen der Dichter Hans Theodor Woldsen Storm, wie er mit vollem Namen hieß, 1888 beigesetzt.

Gasthaus zum Ritter St. Jürgen

Das angrenzende Gasthaus zum Ritter St. Jürgen geht auf eine mittelalterliche Gründung zurück und beherbergt noch heute Seniorinnen und Senioren, die hier ihren Lebensabend verbringen. (Im Volksmund heißt es "Kloster", weil das "Gasthaus" zeitweise in einem Kloster untergebracht war, das auf dem Gelände des Schlosses stand.)

Ein Torbogen in der Mitte der Fassade von 1878/79 mit ihrem aufwendigen Schmuck im Stile der märkischen Gotik öffnet den Weg in einen stillen Innenhof. In der Mitte des "langen weißen Hauses" befindet sich die Sankt-Jürgen-Kiche, die 1563 vor den übrigen Gebäuden errichtet wurde. Sie wurde als zweite Husumer Gemeindekirche gebaut und ist damit eine der ältesten protestantischen Kirchen überhaupt.

Gildehaus der Husumer Schützengilde

Über den Klosterkirchhof gelangt man in die Süderstraße. Im Gegensatz zur westlichen Altstadt wurden die östlichen "Quartiere" Husums hauptsächlich von Handwerkern bewohnt, ihre kleinen Traufenhäuser prägen noch heute das Aussehen dieser Straßenzüge. Über die Süderstraße führt der Weg zurück zum Markt. Auf ihrer Südseite liegt das Haus Nr. 42, es ist das alte Gildehaus der Husumer Schützengilde, die bereits im 16. Jahrhundert gegründet wurde, allerdings wohl weniger zum geselligen Beisammensein, sondern als eine Art Miliztruppe des Hofes. Die jeweiligen Landesherren haben dieser Vereinigung denn auch immer ihre Aufmerksamkeit geschenkt und häufig selbst im Garten des heute ziemlich unscheinbaren Hauses nach der Scheibe geschossen. Außerdem spielt die Novelle "Pole Poppenspäler" von Storm in diesem Gebäude, und zwar in dem früher im Obergeschoß gelegenen Festsaal.

Zum Markt hin lösen dann zweigeschossige Bauten die niedrigeren kleinen Traufenhäuser ab. Einige Häuser aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert sind erhalten. Im Haus Nr. 12 mit einer schönen Front aus dem späten 18. Jahrhundert wohnte zwei Jahre lang Theodor Storm, hier besuchte ihn auch sein Freund Theodor Fontane.

Das alte Gymnasium

In der Nähe der Marienkirche liegt schließlich das 1867 erbaute ehemalige Gebäude des ältesten Husumer Gymnasiums, das 1977 sein 450jähriges Jubiläum feiern konnte. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der englisch beeinflußten Neugotik und wurde in den Jahren 1995 und 1996 zu einem Hotelkomplex umgebaut. Liebevoll wurde die historische Fassade wieder hergestellt, so daß sich das Gebäude heute schöner denn je präsentiert.

Städtebaulich interessant

Der Besucher Husums sollte jedoch bei seinem Aufenthalt nicht versäumen, das NordseeMuseumNissenhaus (Nissenhaus) zu besuchen. Über die Herzog-Adolf-Straße, die über die Süderstraße hinweg nach Süden führt, gelangt man zu diesem großartigen Museumsbau, der von dem Deutsch-Amerikaner Ludwig Nissen seiner Vaterstadt gestiftet wurde.

Das Nissenhaus wurde 1936 als Nordfriesisches Museum eingeweiht. Seine reichhaltigen Sammlungen sind weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt. Das Gebäude bildet mit verschiedenen anderen repräsentativen Bauten eine städtebauliche Einheit, an deren Ende der Husumer Hauptbahnhof liegt.

Gäste, die sich intensiver mit Land und Leuten in und um Husum beschäftigen möchten, stehen sowohl die Bibliothek des Nissenhauses als auch das Material der Stadtbibliothek Husum (ebenfalls Herzog-Adolf-Straße) sowie das Kreisarchiv im Schloss zur Verfügung.

Städtebaulich beachtlich ist der Teil der Herzog-Adolf-Straße zwischen dem qualitätvollen Backsteingebäude des Nissenhauses aus den dreißiger Jahren, dem gegenüberliegenden Finanzamt, das 1928 in den Formen der für diese Zeit typischen Klinkerbauweise errichtet wurde, den Bauten der 50er Jahre auf der anderen Seite der Mühlenau und dem 1911 errichteten Bahnhof im sogenannten Heimatstil.

Einige Schritte weiter, nach Westen in die Poggenburgstraße, lohnen sich. Etwas abseits, hinter einer Gruppe von vier kleineren Giebelhäusern, wartet ein ganz besonderes Gebäude auf seine Entdeckung: Es ist der erste Bahnhof der Stadt. Er wurde bereits 1854 für die "König Frederik VII. Süd-Schleswigsche Eisenbahn" errichtet. Und da diese Eisenbahnlinie von einer englischen Gesellschaft errichtet wurde, heißt das Gebäude auch "englischer Bahnhof". Dieser Bahnhof ist aber nicht nur ein Denkmal des technischen Fortschritts im 19. Jahrhundert, sondern weist auch hohen kunstgeschichtlichen Rang auf. Sein Architekt war kein geringerer als Gottlieb Bindesboll, dessen Thorvaldsen-Museum in Kopenhagen ihn weltberühmt gemacht hat.

Übrigens, wie wäre es nach dem anstrengenden Rundgang mit einem kräftigen Krabbenbrot oder einer Scholle, einem Teepunsch oder Pharisäer? Alles Spezialitäten der Westküste Schleswig-Holsteins.

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